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Jubilierender Gesang im Dom

Wunderbares Chorkonzert am Himmelfahrtstag
Jubilierender Gesang im Dom
Jubilierender Gesang im Dom
Bild: Andreas Müller

Schlicht "Alleluia" war ein wunderbares Chorkonzert am Himmelfahrtstag im Limburger Dom überschrieben. Die Mädchenkatorei hatte die Chorsingschule St. Himmelfahrt aus Mülheim an der Ruhr zu Gast.

"Alleluia" - lasst uns Gott loben und preisen. Das taten die frischen Kinder- und Jugendstimmen der Mädchenkantorei und der Jugendkantorei der Chorsingschule St. Himmelfahrt am Kloster Saarn in Mülheim/Ruhr unter der Leitung von Professor Werner Schepp in mehreren Stücken mit Überzeugung.

Judith Kunz hatte ihre Mädchen wie üblich hervorragend vorbereitet. Doch zunächst wagten beide Chorleiter ein Experiment: Alle Sängerinnen und Sänger stellten sich seitlich des Mittelschiffes auf und sangen gemeinsam den schönen alten Chorsatz "Glory to thee, my God this night" von Thomas Tallis (1505-1585) zur Begleitung von Carsten Igelbrink an der großen Domorgel. Bei der nicht ganz einfachen Akustik des Limburger Domes ist es kein leichtes Unterfangen, da exakt zusammenzubleiben, was aber gut gelang.

"Musik verbindet", stellte Kunz in ihrer Begrüßung fest. "Wenn man die ersten Töne miteinander singt, hat man schnell das Gefühl, man kennt sich schon länger", beschreibt sie das erste Kennenlernen der beiden Chöre am Nachmittag vor dem Konzert. Die Mädchenkantorei gestaltete den ersten Block alleine. Beseelte, beschwingte Musik kündigte Kunz an und so war es auch.

Dabei schlugen ihre Sängerinnen mit Leichtigkeit einen großen Bogen vom 16. ins 20. Jahrhundert. Harmonischer Klang, frische jugendliche Stimmen - das begeistert. Wunderschön auch ein Solistenquartett in "Surrexit pastor bonus" von Felix Mendelssohn Bartholdy, das Carsten Igelbrink an der kleinen Chororgel begleitete.

Lied fächert sich auf

Aufhorchen durften die Zuhörer im voll besetzten Dom bei "Virita criosa" von Thomas Jennefelt. Unisono beginnend, fächert sich die Komposition immer weiter auf, wird disharmonisch, steckt voller Synkopen und erstirbt förmlich im Pianissimo nach schönen wellenförmigen Tonfolgen. Leider vergeht heute kaum ein Konzert ohne Handy-Klingeln. Die sollte man vielleicht einfach mal zu Hause lassen.

Nach dem gemeinsamen "Psalm 150" von David Willcocks waren dann die Gäste der Jugendkantorei an der Reihe. Beide Chöre sind Mitglied im Verband Pueri Cantores, einem weltweiten Zusammenschluss katholischer Kinder- und Jugendchöre. Der Grundgedanke des Verbandes, der nach dem zweiten Weltkrieg 1947 in Frankreich gegründet wurde, war, dass junge Menschen verschiedener Nationalitäten über die Musik freundschaftlich zusammenfinden und ein Zeichen für Frieden und Miteinander setzen.

Auch die Gäste aus Mülheim boten ein breitgefächertes Programm, überzeugten ebenfalls mit schönem Chorklang, <klarer Aussprache und dynamischer Vielfalt. Die Jugendkantorei sang im Wechsel mit den acht Mädchen des Jugendkammerchores, den Männerstimmen der Jugendkantorei und auch lediglich deren Frauenstimmen.

Begleitet wurden Schepps Ensembles von Claudia Janssen-Schepp am Klavier. Chorleiter Schepp zog schöne Vergleiche zweier Stücke der französischen Komponisten und Zeitgenossen Maurice Duruflé und Francis Poulenc. Anspruchsvolle Literatur trugen die jungen Sänger vor, sehr schön gestalteten sie die schwierigen Harmonien in "Peace I leave with you" von Knut Nystedt. Das "weichgespülte "All things bright and beautiful" von John Rutter, den man meist nach nur wenigen Tönen erkennt, hätten sie aber gerne weglassen können.

Carolin Arntz und Sophie Dohmen sorgten mit ihren wunderbaren Sopranstimmen bei "O salutaris hostia" von Eriks Ešenvalds für eine angenehme Gänsehaut. Jazzig mit vielen Synkopen wurde es mit "Kyrie und Gloria" von Bob Chilcott , wozu die Glocken des Limburger Domes das 18-Uhr-Geläut beisteuerten. Alle Sängerinnen und Sänger verabschiedeten sich im Licht der Abendsonne mit Begleitung durch die große Orgel mit "Love divine" von Howard Goodall, das nach vielen eher leisen Stücken dann auch mit einem satten Fortissimo endete.

Autor: Andreas Müller