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Stimmungsvolles Konzert im Limburger Dom

Anspruchsvolle Chormusik am 2. Weihnachtstag
Stimmungsvolles Konzert im Limburger Dom
Stimmungsvolles Konzert im Limburger Dom
Bild: Dommusik

Zum Ausklang der Weihnachtsfeiertage hatte die Dommusik am Hohen Dom zu Limburg ein Programm vorbereitet, das besonderes Interesse verdiente und auch fand. Am 2. Weihnachtsfeiertag erklang vor vollbesetztem Haus anspruchsvolle Chormusik zur Weihnachtszeit, mit der Judith Kunz, die musikalische Leiterin, einmal mehr unter Beweis stellen konnte, welch leistungsfähige Ensembles der Bischofssitz mit dem Domchor und der Mädchenkantorei sein Eigen nennen darf. Dazu stellte sie Musiken solcher Komponisten in den Mittelpunkt des Programms, die für sich in Anspruch nehmen können, zu den herausragenden Komponistenpersönlichkeiten für Chormusik in ihrer Zeit zu gelten.

Den Beginn des Programms bildete Ralph Vaughan Williams „Fantasia On Christmas Carols“ für Bariton, Chor und Orchester. Vaughan Williams war in seinem langen Komponistenleben der reichen Chortradition und dem Volksliedschatz seines Heimatlandes innig verbunden und flocht dies immer wieder in seine Konzertkompositionen ein. So liegen dieser „Fantasia“ traditionelle englische Weihnachtslieder zugrunde. Den Solopart übernahm im Dom mit Sebastian Kunz ein versierter Solist, der mit sonorer Stimme dem anspruchsvollen Part eindrucksvoll gerecht werden konnte. Die einleitenden Vokalisen des Chores, welche die Chorstimmen wie Instrumente zum Orchesterklang hinzufügen, konnten darauf verweisen, dass Williams als Schüler von Max Bruch wie auch von Maurice Ravel über die Möglichkeiten der Chorbehandlung und der damit verbundenen Klangeffekte bestens informiert war. Über eine ähnliche meisterhafte Behandlung der Chorstimmen verfügte auch der zweite Komponist des Abends, Benjamin Britten. Neben einer hörbaren Leidenschaft für den Chorgesang in all seinen Gattungen verband Britten mit Vaughan Williams nicht nur die Liebe zum englischen Volkslied, sondern auch zu den musikalischen Vorbildern aus Barock und Renaissance. All dies prägt die Musik beider Komponisten bis ins Detail. In der von der Mädchenkantorei vorgetragenen „Ceremony Of Carols“ macht Britten erlebbar, wie es ihm mit seiner kompositorischen Meisterschaft immer wieder gelang, Formen und Traditionen der Musikgeschichte in seine eigene Musiksprache zu übertragen. All dies hörbar zu machen, gelang der Mädchenkantorei, für die einzig die Begleitung einer Harfe vorgesehen war, mit transparentem Chorklang und scheinbarer Leichtigkeit.

Himmlische Klangvorstellungen

Der Solo-Harfe, gespielt von der in Frankfurt lebenden Solistin Bettina Linck, war noch ein Stück von Gabriel Fauré vorbehalten, das „Impromptu“ op. 86. Die Harfe, die ja zur Gestaltung himmlischer Klangvorstellungen unverzichtbar ist, entfaltete in der abendlichen Atmosphäre des Domes einen besonderen Reiz. In diese Stimmung hinein passte „Mariä Wiegenlied“ des deutschen Spätromantikers Max Reger, obwohl es sich aus einer ganz anderen musikalischen Tradition kommend, anderen Klangidealen verpflichtet wusste. Diesen Solopart hatte Hannah Gies übernommen mit schnörkellos schlanker Sopranstimme. Einem dritten großen Komponisten, der aus der Literatur für Chorgesang speziell zur Weihnachtszeit gar nicht weg zu denken ist, gehörte der Schluss des Konzertprogramms – Felix Mendelssohn Bartholdy. Nachdem Hannah Gies zuvor bereits „Die Geburt Christi“ aus der Feder des deutschen Romantikers vorgetragen hatte, kamen alle Beteiligten zur Choralkantate „Vom Himmel hoch“ zusammen. Die Vortragsleistungen von Chor, Orchester und den beteiligten Solisten bildeten einen stimmungsvollen Abschluss der Weihnachtsfeiertage. Darüber hinaus steigerte die Qualität der musikalischen Gestaltung aller Beteiligten das Bedauern darüber, dass Mendelssohn das geplante Oratorium, zu dem diese Musik gehören sollte, nicht vollenden konnte. Langanhaltender, wohlverdienter Applaus unterstrichen dies.

Autor: Guido Brümmer für die Nassauische Neue Presse

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