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Von Singzwerg bis Kammerchor

Konzert der Mädchenkantorei zwischen spielerischem Heranführen und hohem musikalischen Anspruch
Von Singzwerg bis Kammerchor
Von Singzwerg bis Kammerchor
© Andreas Müller

Zum zweiten Mal hatte Domchordirektorin Judith Kunz zu einem Familienkonzert in den Dom eingeladen. Alle Altersklassen der Mädchenkantorei – vom Kleinkind bis zum Teenager – bewiesen ihr Gesangstalent.

Tolle Stimmung im Dom

Zahlreiche Eltern und Großeltern waren der Einladung der Mädchenkantorei in den Dom gefolgt, um ihre Kinder und Enkel singen zu hören. Am Konzert beteiligt waren alle Gruppen – von den Kleinsten bei den Domsingzwergen bis hin zu den fantastisch geschulten Sängerinnen der Mädchenkantorei. „Mit dem Konzert möchten wir einen Querschnitt durch unsere Arbeit zeigen“, sagte Domchordirektorin Judith Kunz. Zur Eröffnung sangen die Vorchöre (drei bis sechs Jahre) unter der Leitung von Nadja Jamiro und Mara Buchner. Es war so etwas von herzig, als die Kleinen in den Dom einzogen und dabei „Segne Vater, diese Stunde“ sangen. Passend zum Herbst ging es weiter mit „Ihr Blätter, wollt ihr tanzen?“ und dem „Kastanienlied“. Zur Klavierbegleitung von Judith Kunz sangen die Kinder sehr engagiert, klatschten mit den Händen, stampften mit den Füßen und winkten dem Publikum zu. Die Domsingzwerge (eineinhalb bis drei Jahre) stellten sich mit ihren Eltern mit bunten Tüchern im Altarraum auf. Ebenfalls unter der Leitung von Nadja Jamiro und Mara Buchner trugen auch sie herbstliche Lieder wie „Herbst ist’s wieder“ oder „In meinem kleinen Apfel“ waren zu hören. Und zu „Hörst du die Glocken“ pendelten sie hin und her.

C- und B-Chor stellen sich vor

Die nächste Gruppe war der C-Chor (erstes und zweites Schuljahr). Sie begrüßten das Publikum mit „Herzlich willkommen, der Chor beginnt“. Danach machten sie Flatterbewegungen zu „Flieg wie ein Schmetterling“. Zusammen mit dem B-Chor (drittes und viertes Schuljahr) sangen sie „Wir sind alles Gotteskinder). Peppig und rhythmisch sangen danach die Mädchen aus dem B-Chor alleine „Ostern“ und berichteten in „Guten Morgen, Herr), was alles am Morgen nach dem Wecker klingeln passieren kann. Die Mädchen trugen ihre Lieder sehr routiniert und sprachlich gut verständlich vor.

Groß und Klein singen gemeinsam

Mit den Großen des A-Chores und des Kammerchores (fünftes bis zwölftes Schuljahr) wurde es dann sehr anspruchsvoll. Mit dem „23. Psalm“ von Franz Schubert, „Peace upon you, Jerusalem“ von Arvo Pärt und einer zeitgenössischen Version von „Verleih uns Frieden gnädiglich“ von Lukas Stollhof hatte Kunz Literatur ausgesucht, die die Mädchen mit Begleitung von Carsten Igelbrink an der Orgel vorzüglich meisterten. Sie proben zweimal pro Woche und haben zusätzlich Stimmbildung. Das hat dazu geführt, dass sie beim Hessischen Chorwettbewerb einen ersten Platz belegten und damit am Deutschen Chorwettbewerb im Mai 2018 in Freiburg teilnehmen durften. Hier im Dom zeigten sie mit ihren geschulten Stimmen einen wundervollen Chorklang. Mit dem gemeinsamen Schlusslied „Singen von Gottes Wegen“ von Christian Heiß beendeten C-Chor, B-Chor, A-Chor und Kammerchor ein anrührendes Konzert.

© Andreas Müller