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06.09.2017

Ausverkauftes Haus für das Musical

Bibelgeschichte hautnah erlebt

Bilder: S. Huhn

von Heike Lachnit, in der Nassauischen Neuen Presse vom 5.9.2017

58 junge Sängerinnen der Mädchenkantorei haben das Musical "König Salomo und die Lilien auf dem Felde" vor großem Publikum aufgeführt. Die Mädchen im Alter zwischen Kindergarten und fünfter Klasse sangen sich in der Aula der Marienschule in die Herzen der Zuschauer.

"Kommt herbei", das Volk und die Zuschauer nahmen dies wörtlich. Beide Aufführungen des Musicals "König Salomo und die Lilien auf dem Felde", das die Mädchenkantorei in der Aula der Marienschule vortrug, waren voll besetzt. Ein buntes Völkchen aus Marktfrauen, Männern und schönen Damen in alttestamentarischen Gewändern eroberte die Bühne. Die nächsten eineinhalb Stunden zogen die Darsteller die Zuschauer in ihren Bann und erhielten dafür am Ende langanhaltenden Applaus.
Auf der einfach gestalteten Bühne mit zwei riesigen Tempelsäulen kamen das Spiel und die prächtigen Kostüme besonders gut zur Geltung. Die Szenerie wurde mit passenden Bildern auf einer Leinwand untermalt. Das Auftaktlied "Kommt herbei" zog sich wie ein roter Faden durch das gesamte Stück. Die jungen Sängerinnen waren mit viel Freude dabei, bewegten sich zu der Musik auf der Bühne und zogen die Zuschauer in ihren Bann. Die vorwitzige und manchmal etwas vorlaute Novizin Clara-Maria sorgte immer wieder für einen Lacher. Die jungen Sängerinnen überzeugten nicht nur im Chor, sondern auch als Solistinnen. Und auch wenn die Mädchen mal ihren Einsatz verpassten, war dies kein Makel - die Spielfreude überwog.

Das Musical dreht sich um die Krönung des Königs Salomo und die Preisung seiner Weisheit und seiner Macht. Die junge Ordensnovizin Clara begibt sich in dem Stück mit ihrer Chefin Stella auf eine Zeitreise. Denn sie will die biblischen Geschichten wirklich erleben - nicht nur vorgelesen bekommen. Inbrünstig betet Clara zu Gott und bittet ihn darum. Daraufhin erwachen Stella und sie 3000 Jahre früher im Israel von König David um 959 vor Christi Geburt. Zunächst ein wenig verwundert, da sie ja König Salomo erleben wollten, sind die beiden Ordensschwestern schließlich live dabei, als König David stirbt und Salomo seine Nachfolge antritt. Dies verläuft nicht ohne Intrigen: David hat zwei Söhne und Novizin Clara lässt sich dazu hinreißen hinauszuposaunen: "Mord und Totschlag, hier geht es ja zu, wie bei uns in der Tagesschau!" Batseba, die Mutter von Salomo, versucht, ihn für ihre Zwecke einzuspannen. Doch Salomo wehrt sich dagegen, und dank Gottes Hilfe entwickelt er sich zu einem sehr weisen König. Sein erstes Urteil fällt er über Rebekka und Lea, die darüber streiten, wem der junge Daniel gehöre. Verschmitzt bestimmt der König, den Jungen doch in zwei Teile zu schneiden. Dies bringt die beiden Frauen zum Nachdenken. Und König Salomo spricht den Jungen schließlich der "Mutter durch Geburt" sowie der "Mutter durch die Liebe" zu. Von den beiden Müttern erhält er zum Dank Lilien. Die reiche Königin Saba besucht Salomo und bringt herrlich gewirkte Gewänder mit. Sie möchte vom König wissen, welches Gewand denn das Schönste sei. Und Salomo antwortet ihr, dass die Lilien am schönsten seien. Sie seien von Gott gemacht und die Gewänder nur aus Menschenhand. Daher seien die Lilien wertvoller als alle irdischen Güter. Unter der Regentschaft von Salomo ging es dem Volk gut und es gedieh.

Das Musical, für das die Sängerinnen seit April geprobt hatten, wurde an zwei aufeinander folgenden Tagen aufgeführt, wobei die Hauptrollen doppelt besetzt waren. Die spannende Geschichte um die Krönung von König Salomo wurde von einem Team der Düsseldorfer Kirchenmusik in eingängige Lieder gekleidet, die zum Mitsummen anregten.

Begleitet wurde die jungen Darstellerinnen von Winfried Fest (Piano), Sven Kindermann (Klarinette), Julia Kindermann (Violine), André Vaccaro (Gitarre/Bass) sowie Benjamin Klein (Schlagzeug). Die Sängerinnen verschiedener Altersstufen - vom letzten Kindergartenjahr bis zum fünften Schuljahr - standen unter der Leitung von Judith Kunz, Domchordirektorin und Leiterin der Mädchenkantorei. In der musikalischen Ausbildung wurde sie unterstützt von Andrea Artmann, Nadja Jamiro und Annette Kohler. Bei der Inszenierung half Tatjana Glücks-Trommershäuser. Die Mädchenkantorei hatte sich bereits zum dritten Mal an ein Musical gewagt.

Am Ende bedankte sich Judith Kunz auch bei den Eltern, ohne deren Mithilfe vor allem bei Requisiten und Kostümen die Aufführungen nicht möglich gewesen wären, wie sie sagte.

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